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Sterbebegleitung zu Hause

Mit der Entwicklung der modernen Medizin ist die Betreuung von Patienten mit fortgeschrittenen unheilbaren Erkrankungen zunehmend einseitiger geworden. Medizinische Maßnahmen werden oft noch angeboten, auch wenn nur noch winzige oder gar keine Erfolgsaussichten mehr bestehen. Aber oft werden die Patienten mit ihren Symptomen und ihrer Angst vor Sterben und Tod alleine gelassen.

ältere FrauDer „Hospizverein Iserlohn e.V.” betreibt kein stationäres Hospiz, sondern ist auf ehrenamtlicher Basis in der häuslichen Betreuung von schwerkranken Menschen tätig. Dabei arbeiten wir eng mit Ärzten, Pflegediensten und Seelsorgern zusammen. Wir wollen Raum für den Wunsch vieler Menschen schaffen, die letzte Phase ihres Lebens, selbstbestimmt und in Würde, in ihrem gewohnten Umfeld, zu verleben.

Unsere Begleitung erfolgt unabhängig von Weltanschauungen, von der Herkunft, der Religion, dem finanziellen oder sozialen Status.

Sämtliche Formen aktiver Sterbehilfe lehnen wir ab, treten aber zugleich dafür ein, dass keine ungerechtfertigte Sterbeverlängerung erfolgt.

  • Sterben ist ein Lebensprozess, der früher oder später alle Menschen betrifft. Auch angesichts des bevorstehenden Todes ist Lebensqualität möglich.
  • Auch die Würde des sterbenden Menschen ist unantastbar. Er ist das Subjekt seines Lebens und sollte darin unterstützt werden, solange als möglich selbst die Regie in seinem Leben zu haben. Sterbebegleitung im Sinne der Hospizidee achtet sensibel und einfühlsam seine Bedürfnisse und seine Willensäußerungen.
  • Auch durch Krankheit und Leiden eingeschränktes Leben ist wertvolles Leben und bis zum Tod, ja darüber hinaus unverfügbar. Es will angenommen und respektiert sein. Sterbebegleitung im Sinne der Hospizidee lehnt eine aktive Sterbehilfe („Euthanasie”) ab.
  • In Würde sterben / gehen / loslassen dürfen ist ein Wunsch, den viele Menschen haben. Das Ziel von Sterbebegleitung im Sinne der Hospizidee ist es, diesem Wunsch im Sinne der o.g. Aussagen zu entsprechen.
  • Jeder Mensch ist auch Leib. Sein Körper bietet ihm die Möglichkeit Kontakt aufzunehmen mit seiner Umwelt, bereitet ihm aber im Sterbeprozess oft auch Schmerzen. Schmerzen haben eine wichtige Schutzfunktion in unserem Leben, aber niemand sollte sich mit unerträglichen Schmerzen quälen müssen. Sterbebegleitung im Sinne der Hospizidee unterstützt daher die Angebote einer qualifizierten Palliativmedizin.
  • Jeder Mensch ist eingebunden in ein (mehr oder weniger stark geknüpftes) Netz von sozialen Beziehungen (Familie, Lebenspartner, Freunde etc.). Sterbebegleitung im Sinne der Hospizidee respektiert dieses Beziehungssystem und arbeitet im Interesse des Sterbenden mit ihm zusammen.
  • Menschen haben spirituelle Bedürfnisse. Sterbebegleitung im Sinne der Hospizidee achtet diese Bedürfnisse und bietet Hilfen an, sie durch Worte, Symbole oder Rituale zu äußern. Sie respektiert dabei die konfessionelle oder religiöse Prägung des Sterbenden, unterstützt ihn in der Ausübung seiner Religion (auch in Zusammenarbeit mit den zuständigen Seelsorgern) und achtet auch in dieser Hinsicht sein Selbstbestimmungsrecht.
  • Der Tod verweist uns Menschen auf die Grenze des Lebens. Vieles bleibt unabgeschlossen. Zum Menschsein gehören Brüche und Abbrüche. Sterbebegleitung im Sinne der Hospizidee unterstützt den Sterbenden darin, zu regeln, was zu regeln ist, abzuschließen, was abzuschließen ist - aber auch darin, das Bruchstückhafte des eigenen Lebens anzunehmen.
  • Die Begleitung Sterbender umfasst selbst Elemente der Trauerbegleitung, indem sie dem Sterbenden hilft, Abschied zu nehmen von seinem (gelebten wie ungelebten) Leben. Sie kann sich fortsetzen in der qualifizierten Arbeit mit den um den Verstorbenen Trauernden. Hierzu kooperiert der Hospizverein mit den vor Ort und in der Region bestehenden Angeboten der Trauerarbeit.

Koordinatorin

Britta DilcherBritta Dilcher
geb.1964, Dipl. Sozialarbeiterin, Heilpraktikerin für Psychotherapie
Tel: 01520 7562860

„Aus meiner langjährigen Berufstätigkeit im Gesundheitswesen weiß ich, dass bei schwerer Erkrankung und nahendem Tod Beziehung und Zuwendung wirkliche Quellen des Trostes und der Geborgenheit sind. In den heutigen Rahmenbedingungen unseres Gesundheitssystems ist hierfür zunehmend weniger Raum. Familien und Freunde sind auf sich gestellt und vermissen oftmals eine angemessene Unterstützung in dieser schwierigen Situation.

Dem als Gesellschaft entgegenzuwirken, und klar zu formulieren, dass man dem Menschen als Menschen begegnen möchte, halte ich für einen großartigen Verdienst der Hospizbewegung. Schön, dass wir in Iserlohn daran teilhaben.”